Christopher Columbus entdeckte Grenada im September des Jahres 1498. Zu dieser Zeit wurde Grenada schon von zwei hellhäutigen Indianerstämmen bewohnt, den kriegerischen Callinago/Carib und den friedlichen Arawaks. Diese Stämme waren ursprünglich vom südamerikanischen Festland auf die Insel gelangt und nannten sie Camerhogne. Columbus gab der Insel den Namen Concepcion (Empfaengnis).Kurz darauf wurde sie jedoch bereits wieder umbenannt, da die spanischen Matrosen die üppig grünen Hügel mit denen Ihrer andalusischen Heimat verglichen, und die Insel demzufolge Grenada nannten, in Anlehnung an das spanische Granada.
Die Franzosen gaben der Insel den Namen La Grenade (das Juwel), dieser Name wurde jedoch kurz darauf von den Briten wieder in den Namen Grenada abgeändert.
Die Besiedelung der Insel durch Europäer wurde durch die aggressive Verteidigungshaltung der Callinago/Carib Indianer bis zum Beginn 17. Jahrhunderts verhindert.
Im Jahre 1609 hatte eine erste Gruppe Europäer erfolgslos versucht, die Insel zu besiedeln, beim zweiten Versuch gelang es einer Gruppe Franzosen im Jahre 1638 zu landen; erst im Jahre 1650 gelang es einer französischen Expedition von Martinique freundlichen Kontakt mit den Ureinwohnern aufzunehmen und die Feindseligkeiten zwischen den Caribs und den Franzosen zu beenden.
Der Frieden dauerte nicht lange, da die französischen Siedler versuchten, ihre Herrschaft auf die gesamte Insel auszudehnen. Die Caribs waren fest entschlossen, die franzoesische Gesetzgebung nicht zu akzeptieren und so trugen sie etliche erfolglose Schlachten aus, um sich von der Herrschaft der Franzosen zu befreien. Die letzten überlebenden Carib Krieger stuerzten sich im Norden der Insel von einer Klippe in den Tod. Die Franzosen nannten diesen Ort 'Morne de Sauteurs' oder 'Leapers Hill'.
Die darauf folgenden neunzig Jahre waren von Kämpfen gegen die Briten gekennzeichnet . Auf den Huegeln hoch über der Hauptstadt St. George's und dem Hafen stehen als stumme Zeugen dieser kriegerischen Vergangenheit Fort Frederick und Fort George. Zuletzt wurde die Insel im Vertrag von Versailles 1783 endgueltig den Briten zugesprochen. Nachdem die Briten die endgueltige Herrschaft ueber die Insel erlangt hatten, begannen sie sofort damit, eine grosse Anzahl afrokanischer Sklaven ins Land zu bringen und Zuckerrohrplantagen anzulegen.
Im Jahre 1795 wurde die britische Kolonialherrschaft nochmals ernsthaft herausgefordert, diesmal von Julian Fedon, einem schwarzen Plantagenarbeiter, der von der franzoesischen Revolution inspiriert war. Unter Fedon s Fuehrung erhoben sich die Sklaven in einer gewalttaetigen Revolution und brachten die Insel unter ihre Herrschaft. Obwohl die Rebellion von den Briten niedergeschlagen wurde, hielten die Spannungen an, bis die Sklaverei 1834 abgeschafft wurde. Die Stelle, hoch oben in den Bergen im Landesinneren von Grenada, an der sich Fedon s Lager einstmals befand, ist heute ein beliebtes Ziel für Wanderer.
Grenada wurde im Jahre 1877 offiziell britische Kronkolonie und schloss sich 1967 dem Britischen Commonwealth an, bevor die Insel im Jahre 1974 ihre Unabhaengigkeit erlangte. Trotz der langen Herrschaft der Briten ist der franzoesische Einfluss (sowohl kolonialistisch als auch revolutionaer) heute noch an den Namen vieler Orte, ihrer Bauten und dem strengen Katholizismus erkennbar.
Im Jahre 1979 gab es den Versuch, aus Grenada einen sozialistisch-kommunistischen Staaat zu machen. Dieser Versuch scheiterte vier Jahre später, als der Generalkonsul die Vereinigten Staaten, Jamaika und die ostkaribische Staatengemeinschaft um Hilfe bat, die daraufhin militaerisch eingriffen. Nach Beendigung ihrer heute berühmten "Rettungsmission", stellten die alliierten Streitkraefte die Ordnung im Land wieder her und so fanden im Dezember 1984 freie Wahlen statt, durch die eine demokratische Regierung an die Macht kommen konnte.